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ANKÜNDIGUNG UND PRESSETEXT:
Giacomo Casanova (1725-1798) war Aufklärer und Magier, Glücksspieler und Philosoph, Katholik und Lebemann. Er war pompös, generös, rachsüchtig, rücksichtslos, nobel, abstoßend, faszinierend, weinerlich, tapfer. Bloß langweilig war er nicht. Und er hat die Frauen sehr geliebt. Das ist der ideale Stoff für Christof Stählin, den musizierenden Privatgelehrten und philosophischen Bühnenkünstler aus Hechingen, der mit Erzählungen und Liedern, Originaldialogen und Aphorismen das farbige Panorama einer Epoche entfaltet, die als Kontrast und Hintergrund für unsere Zeit und ihr Liebesleben nicht besser gewählt sein könnte: Sinnlichkeit als höchste Form der Erkenntnis, Genuß als Gebot der Vernunft, Zufall als Lebenselement. Christof Stählin legt mit Giacomo Casanova das dritte seiner historisch-poetischen Bühnenprogramme vor, die sich mit dem 18. Jahrhundert befassen: Das erste galt dem Liebes-und Aufklärungsdichter Johann Christian Günther (1695-1723), das zweite der Französischen Revolution. Das dritte, über Casanova, liegt genau dazwischen. Giacomo Casanova ist das Zitat einer romanischen Lebenskultur von italienischer Eleganz und französischem Esprit in nordeuropäisch-tüchtiger Umgebung. Von einem Süddeutschen, der seine Muttersprache virtuos beherrscht und dazu, außer historischem Überblick, Witz, Charme und Humor fast nichts braucht, um einen Abend und eine Bühne zu füllen. AUS DEN PRESSEKRITIKEN: Christian Fink in der Basler Zeitung vom 14.2.2004: Wer sich in Stählins Programm "Giacomo Casanova" begibt, wird nicht nur viele Details aus dem Leben des Schürzenjägers erfahren, sondern dies auch auf eine ungemein geistreiche Art. Der Hechinger Kabarettist spielt mit seinen Auftritten sozusagen in einer eigenen, unverwechselbaren Liga und bewegt sich weit entfernt von jeglichem Mainstream. Irene Bazinger in der Berliner Zeitung: Unter den berühmten Schürzenjägern ist er gewiss der legendärste: Giacomo Casanova, dessen Name zum Synonym für den klassischen Liebhaber mit sagenhaftem Frauenverschleiß geworden ist. Unter den wirklich guten Kabarettisten ist er gewiß der stilvollste: Christof Stählin, dessen Name zum Synonym für edles, literarisch ausgefeiltes Kabarett geworden ist. Jürgen Holler in der "Rheinpfalz" vom 11.10.2004: ...Das tat der distinguierte Herr im klassischen Dreiteiler und mit grauen Schläfen dann auf eine wunderbar intelligente Weise, er setzte sich mit viel Wortwitz und niemals unter der Gürtellinie mit der körperlichen Liebe auseinander und unterhielt sein Publikum vortrefflich - teils in so atemberaubender Witzfrequenz, daß man so manches Bonmot gar nicht mitbekam, weil man gedanklich noch bei der vorherigen Pointe verharrte...  Blitzgescheit erzählt Stählin Anekdoten aus dem Leben des "Latin Lover" -der sprach schließlich fließend Latein-, der in seinem Leben über 5000 Frauen geliebt haben soll, macht dabei gekonnt den Schwenk zum Symbol des Apfels, der Newton dazu gedient haben soll, das Gesetz der Schwerkraft zu beweisen, hin zum Apfel im Paradies, dessen "eigene Anziehungskraft" letztlich dazu führte, ein Gesetz zu brechen. Florian Schröder im Weserkurier "Die Norddeutsche" am 15.12.2004: Da sitzt er nun im Nadelstreifenanzug auf seiner Rokoko-Couch. Das Gläschen Cognac führt er mit spitzen Fingern zum Mund. Er ist edel geschniegelt und trägt einen präzise gestutzten Schnäuzer. Vom Treiben des Giacomo Casanova erzählt er: Der Kabarettist und Liedermacher Christof Stählin, der in seiner ganzen Art unweigerlich die Frage aufwirft: Soll man ihn lieben oder hassen? ZITATAE AUS "GIACOMO CASANOVA": Casanova hat einmal die nackte Haut eine Frau berührt und sie dabei sehr höflich gefragt, ob er sie vielleicht auch einmal angezogen berühren dürfte. Als ich das gelesen hatte, habe ich Feuer gefangen an Casanova. Mein Gott, wieviel Männer in Deutschland würden nicht liebend gern ein Leben wie Casanova führen, wenn es nur mit einem gesicherten Alter verbunden wäre! Casanova hat mehrere Bekehrungsversuche unternommen. "Wenn es schon so herrlich ist, Gottes Gebote zu brechen", so mag er sich gedacht haben, "wie herrlich muß es dann erst sein, ihnen Folge zu leisten!" Die Frauen der Rokokozeit waren durchaus nicht so, daß sie bei der Liebwerbung die Initiative immer den Männern überlassen hätten. Ganz im Gegenteil! Die Höhlen haben sich zu den Füchsen vorgegraben. Wo Wesen in sich Samen tragen, da kann ich euch von Dramen sagen! AUS DEM "KUTSCHENLIED": Fährt eine Kutsche, aus der Kutscherpeitsche wachsen Ornamente in den Himmel vor das Sommerwolkenweiß. Kringelt schwarzes Fett sich auf die Fahrbahn aus den Achsen, in der Kutsche aber drinnen ist es still und leis. Gibt der Herr im Inneren, verstrickt in Liebesbanden kein Lebenszeichen von sich, und er ist doch nicht allein, wüßt der Kutscher gar zu gerne: sind sie noch vorhanden?, und dreht besorgt den Hals und späht durchs Vorderfenster rein. Nicken die Pferde, denn wie auch betätigt der Zufall das Schicksal, das nimmermehr irrt, wird es durch nickende Pferde bestätigt, die nicken je tiefer, je schwerer es wird. AUS "SCHILLERNDE FIGUR": Wasserfläche der Lagune, schillernde Figur! In Wellen, wo sie baden, zittern die Fassaden als Spiegelbild und Lichtreflex der Staatsarchitektur, schillernde Figur! Erinnerung, Erinnerung, du schillernde Figur! Spiegelt, schwebt und zittert, von Irrtümern umwittert, als Überbleibsel von des Aben- teurers großer Tour, schillernde Figur! Casanova, Casanova, schillernde Figur! Vergänglich und unsterblich, erinnerungsbeerblich, es zittert seine Feder und es schlägt die Uhr, schillernde Fi - bonnnnng... |