CHRISTOF STÄHLIN
VON MIR ÜBER MICH


Wenn ich beim Spazierengehen an einem Gartenzaun
vorbeikomme, lasse ich Zeige- und Mittelfinger der rechten
Hand an den Latten entlangrattern. Ansonsten dichte ich,
spiele auf der Vihuela, denke nach, singe, halte meine Spottlust
im Zaum und mich selber viel in der freien Natur auf.
Ich arbeite in einem alten Stadtturm in Hechingen mit Blick
auf die Schwäbische Alb und fahre viel in Deutschland
und der Schweiz herum, um meinen Lebensunterhalt durch
Gastspiele auf Kleinkunstbühnen zu verdienen.
Einmal im Jahr steige ich mit meinen Söhnen im Morgengrauen
auf einen Berg, um der Sonne beim Aufgehen zuzusehen
und sie mit Applaus zu begrüßen.
Im Jahre 1950 erhielt ich das Freischwimmerzeugnis.
(Weitere Ehrungen siehe "Preise und Auszeichnungen").
Ich komme aus einem Pfarrhaus, daher bevorzuge ich die
klassische Strophenform mit Reim und Versmaß für meine
Lieder und lebe in häufiger geistiger Abwesenheit zugunsten
von Zeit und Raum übergreifenden Denkfiguren.
Mein Lieblingsdichter ist der schlesische Aufklärungsdichter
Johann Christian Günther, (1695-1723), meine liebste Musik
ist von Bach.



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